Sunday, 16. january 2011 7 16 /01 /Jan. /2011 05:51

Nun ist es aber an der Zeit, von unserer Heimkehr zu erzählen, mittlerweile liegt schon wieder eine Woche Schikurs hinter mir... aber zurück nach Bombay, ins Welcome Hotel:

Das Frühstück ist im Preis inbegriffen und wird aufs Zimmer serviert. Wir packen unsere überflüssig gewordene Wäsche, die Tuchentüberzieher, Handtücher und restlichen Feuerzeuge in ein Plastiksackerl und schicken uns an, sie draußen zu verteilen. Kaum stehen wir auf der Straße, ist schon eine Bettlerin bei uns und nimmt das ganze Paket an sich. So schnell könen wir gar nicht reagieren. Übrigens, Kathis Buch war auch drin. Wer weiß, wer jetzt gerade auf Deutsch über Indien liest?

Dhaba Wallahs sind momentan am Victoria Terminus keine zu finden. Ich hätte gerne dieses Essensausträgersystem fotografiert. Die Dhaba Wallahs holen Essensbehälter von den Wohnungen ab, liefern sie dem Ehemann ins Büro und bringen die Gefäße nachmittags wieder zurück, und keines landet am falschen Platz - das ist Meisterschaft in Logistik!

 

Okay, wir schlendern zurück, packen unsere Koffer und um 10:30 Uhr steht schon ein Taxi bereit. Auf die Frage nach dem Taxameter zuckt er nur mit den Schultern, ich entdecke es abgedeckt auf der Konsole.

Die Abschiedsfahrt zeigt uns noch einmal die vielen Facetten von Bombay, dass nun eigentlich Mumbai heißt, von den Indern aber nach wie vor Bombay genannt wird. Wir fotografieren die Feuerwehr, das Ausräuchern von Unterführungen, Wolkenkratzer über Slums, den Verkehr, die riesigen Werbeplakate, Wohnen am Gehsteig u.v.a.

Nach einigen Sicherheitskontrollen dürfen wir einchecken - auf einem Fensterplatz in der vorletzten Reihe.

Beim Starten bringt das nicht viel, die Maschine fleigt sofort übers Meer. Erst mit dem Auftauchen der Küste (Pakistan oder vielleicht schon Iran) wird´s wieder interessant. Die Wellen des Meeres scheinen sich in Stein fortzusetzen, ein Gebirgszug nach dem anderen, dazwischen eine karge Landschaft, erstreckt sich stundenlang unter uns.

Gegenwind bedeutet eine Stunde mehr Flugzeit, es wird wieder spannend - wir haben nur eine gute Stunde Zeit zum Umsteigen in London, und in München warten Gabi und Hartmut auf uns.

Außerdem, wurden diesmal die Zeitzonen richtig berechnet - Es ist mittlerweile 23:00 Uhr Indian Time, d.h. 17:30 Uhr London Time, 18:30 Uhr MEZ, oder?

Nach einem atemberaubenden Anflug über die Lichter Londons sind wir doch früher als angekündigt in Heathrow und der Weiterflug verzögert sich auch noch um eine halbe Stunde, also genug Zeit. Eine klapprige British Airways Maschine fliegt uns nach München, Hartmut und Gabi bilden das Empfangskomitee und bringen uns sicher nach Kärnten. Herzlichen Dank für diesen Freundschaftsdienst! Um 2:00 Uhr MEZ fallen wir todmüde in unsere Betten.

von auerich
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Friday, 7. january 2011 5 07 /01 /Jan. /2011 18:36

2011-1-7

 

Mit kurzer Verspätung kommt unser Zug frühmorgens kurz vor 5 am Chhatrapati Shivaji Terminus (oder Victoria Terminus?) an. Mit einem Strom von Reisenden durchqueren wir die riesigen Hallen und stehen schließlich mitten im stockfinsteren Mumbai. Gott sei Dank hat Papa gestern im Hotel angerufen, so können wir unsere Koffer dort abstellen, bis es Zeit zum Einchecken ist. Was aber sollen wir nun so früh am Morgen und ohne Licht in dieser Stadt tun? Nach einem kurzen Nickerchen meinerseits im Hotelfoyer entscheiden wir uns für das Naheliegeste: Frühstück bei McDonald’s! Daraus wird aber nichts, da dieser ungewöhnlich spät aufsperrt...

 

So starten wir also unseren Spaziergang durch die immer noch dunklen Gassen der Stadt, die um diese Uhrzeit ungewohnt friedlich und ruhig wirkt. Vorsicht ist nur geboten, damit man auf kein schlafendes Bündel am Straßenrand und Gehsteig tritt, von denen es hier viel zu viele gibt… Endlich graut der Morgen, als wir gerade am Gateway of India ankomme. Doch wir sind gar nicht die ersten. Obwohl die Sonne noch nicht aufgegangen ist tummeln sich hier schon eine Hand voll Touristen. Es ist aber auch wirklich ein schöner Ort, so zwischen Meer, Tor und dem prächtigem Taj Mahal Palace. Passend zur Stimmung geht nun auch die Sonne als roter Ball auf und taucht die Szenerie in ein goldenes Licht.

Nach so viel Schönheit (und noch viel mehr Fotos) machen wir uns auf ins Cafe Leopold zum Frühstück. (Frühstück in Wien? Nein, in Mumbai in einem beliebten Lokal, in dem sich Traveller aus aller Welt tummeln.) Unvorstellbar, dass hier sowie am Taj Mahal Palace 2008 Terroranschläge stattfanden, Gott sei Dank erfahre ich davon auch erst im Laufe des Tages. Nach einem kurzen Abstecher auf den Markt , an dem die Stände alle erst aufgebaut und die Läden schön langsam hochgezogen werden, fahren wir ins Hotel und beschließen es wie die Inder zu machen und den Tag erst so richtig am Nachmittag beginnen zu lassen.

 

Da ist dann in der Stadt auch die Hölle los. Es wirkt, als würden alle 2,5 Mio. Menschen, die sich pro Tag am Victoria Terminus tummeln, zugleich aus der Halle herausströmen und ein Heer von gelb-schwarzen Taxis wälzt sich die Straßen hinab und hinauf. A propos Taxis: Zu unserer Überraschung treffen wir heute unseren ersten durch und durch ehrlichen Taxifahrer, der nach der Fahrt zum Einkaufszentrum die gefahrenen Kilometer ungefragt anhand einer Tabelle in den Fahrpreis umrechnet, der erstaunlich niedrig ist!

 

Der Rezeptor an der Rezeption hat uns zum Einkaufen ein auch nach europ. Maßstäben sehr teures Einkaufszentrum empfohlen, so dass wir keine rechte Lust haben, etwas zu erstehen. Zurück am Strawford Market ist zwar Gedränge ohne Ende, aber wir können doch noch souvenirmäßig zuschlagen. Am Colaba Causeway kaufe ich wieder die gleiche Jeans wie vor zwei Jahren und knapp vor Geschäftsschluss um 21:00 Uhr kommen noch Schuhe und Leibchen dazu. Zum Essengehen sind wir nun zu müde. Wir lassen uns zum Hotel zurückkutschieren, schreiben die Tagebuchseite, verspeisen Kekse, schauen indisches Fernsehen und sollten eigentlich mit dem Packen beginnen. Morgen sollten wir um 9:00 Uhr zum Flughafen starten, um 11:00 Uhr einchecken (Fensterplätze?) um 13:00 Uhr abheben, dann um 18:00 Uhr in London zwischenlanden, die Maschine um 19:40 Uhr nach München hoffentlich erwischen und um 22:30 Uhr in München ankommen.

 

Wir zweifeln nicht daran, dass uns das zuallerletzt auch noch gelingen wird.

von auerich
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Friday, 7. january 2011 5 07 /01 /Jan. /2011 17:15

2011-1-6

Die Abreise vom Raj Hotel fällt uns nicht schwer. Die Familie im Nebenraum war so laut, dass ich mitten in der Nacht um Ruhe klopfen musste, ich habe doch auch ein Kind, das schlafen muss. Meine Knöchel schmerzen  deshalb heute etwas.

Ein Morgenspaziergang am Strand bringt uns zu zwei Netzfischern. Die Ausbeute ist sehr gering. Der Motorscooter ist schon weg und beim Zimmerpreis kommt uns der Manager sehr entgegen, vor allem, als er unsere Mängelliste sieht. Dafür ist der Taxifahrer, der uns hierherbrachte, enttäuscht und verlangt den doppelten Fahrpreis fürs Zurückfahren. Das lassen wir uns nicht bieten. Wir marschieren los und geraten nach 100m zu einem wunderbaren Coffeeshop, mit Cappuccino, heißen Brownies mit Schokolade und Eis und köstlichen Säften. Frisch gestärkt winken wir uns einen Taxidriver heran, der uns für 650 R die 40 km nach Margaon zur Railwaystation bringt. Das Gepäck lassen wir dort und mit einem Prepaid-Taxi geht´s zum Strand von Benaulim. Und dort fühlen wir uns endlich in der Relaxing-Zone richtig angekommen: ein sauberer Strand mit wenigen Menschen, kostenlose Liegen direkt am Wasser, ein kühles Kingfisher, Sonne pur,… Wir wollen gar nicht mehr weg von hier.

Um 5 Uhr raffen wir uns auf, da wir ja noch kein Zimmer in Bombay haben. Das Taxi hält im Ort, ein kurzes Telefongespräch und wir haben eine Reservation – direkt am Viktoria Terminal, in dem wir um 4 Uhr morgens ankommen sollen.

Der Zug kommt pünktlich um 7:00 pm, die Plätze werden eingenommen und um 9:00 Uhr klappen wir die Liegen auf und legen uns schlafen. Ein Bursche gibt vom nächsten Abteil aus meiner Meinung nach verräterische Signale mit seinem Handy. Zur Vorsicht fotografiere ich ihn – und da ist die Hölle los. Er stürzt auf mich zu, verlangt, dass ich das Bild lösche, was ich nicht mache, der Kontrolleur kommt, weiß nicht, auf wessen Seite er sein soll, immer mehr Leute kommen schauen. Schließlich gibt der andere auf und kehrt auf seinen Platz zurück.

Kathi bekommt von dem nichts mehr mit, sie schläft schon auf der Mittelliege, Sleeper Class. Und ich folge ihr alsbald.

von auerich
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Thursday, 6. january 2011 4 06 /01 /Jan. /2011 12:10

 

2011-1-5

 Der Polizei in Goa ist anscheinend das Geld ausgegangen! Da Touristen bekanntlich viel davon mit sich herumschleppen, bietet es sich doch an,  diese um ein paar hundert Rupien zu erleichtern! Gesagt getan, man nehme Aufstellung an einer viel befahrenen Kreuzung, am besten am Tag des Marktes und in der Nähe vom Strand, da sich hier bekanntlich viele zahlungskräftige „Kunden“ tummeln, und erfinde eine fahle Ausrede, warum sie denn jetzt der Polizei monetenmäßig aushelfen müssen. Sollten manche das trotz des tollen Konzepts von perfektem Standort und eventuell vorbereiteter Hilfsmittel wie Papiere, die sie sehen wollen, immer noch nicht ganz freiwillig tun, gibt es ja immer noch den beliebten Satz: „I’m the authority!“ Um die Stimmung nach der Bezahlung nicht vollends kippen zu lassen, bietet es sich an, für nur läppische 500 Rs mehr, auch eine Rechnung über die bezahlte Summe auszustellen.

In den Genuss dieser Vorzugsbehandlung kommen auch wir heute bei der Abfahrt vom Anjuna Beach, nachdem wir fast in einen Unfall mit einem Motorradbullen verwickelt werden, der uns in einer Kurve schneidet. Der Grund für die Strafe ist dann übrigens der „fehlende“ internationale Führerschein, obwohl wir extra einen vom ÖAMTC ausgestellten mithaben. Aber der entspricht nicht ganz genau der Vorlage.

Aber von vorne: Wir fuhren heute zeitig mit dem Motorroller die 40 km zum Anjuna Beach, da hier jeden Mittwoch der Hippiemarkt stattfindet. Der Strand ist traumhaft und Papa findet auch gleich den perfekten Platz um die Seele baumeln zu lassen…Strandhütten auf Stelzen. Ich stürze mich ins Getümmel des Marktes, wo hängengebliebene Hippies, Dorfbewohner und Tibeter ihre Waren ausstellen. Den restlichen Tag verbringen wir mit shoppen, sonnen und schwimmen. Auf der Rückfahrt nach Panjim ereignet sich dann dieses Treffen mit der örtlichen Polizei, doch das war noch nicht alles. Später auf der Hauptstraße hat sich ein riesiger Stau aufgebaut, dies bedeutet in Indien nicht, dass alle Wagen brav hintereinanderstehen und warten, bis es weitergeht, sondern, dass sich jeder mit seinem Gefährt in jede noch so kleine Lücke im Verkehr drängt. So  führt uns die Reise also langsam wo möglich am (sehr holprigen) Bankett zwischen Abgrund und Bussen entlang zurück… Grund für den Stau war ein Unfall… Grund für die Länge und Dauer des Staus aber die chaotischen Fahrstile der Inder… aber irgendwie funktioniert’s schon.

Endlich wieder in Miramar angekommen haben wir uns indisches Fastfood in Form von Shev Puri redlich verdient… Absolut lecker!                                                                                               

von auerich
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Wednesday, 5. january 2011 3 05 /01 /Jan. /2011 05:43

2011-01-04  

Ein erster Morgenspaziergang ernüchtert mich etwas, es ist zwar verboten, Plastik an den Strand mitzubringen, trotzdem fühle ich mich wie in „Plastic Planet“. Überall liegt Müll herum. Der könnte aber auch vom mächtigen Fluss Mandovi stammen, der hier bei Panjim ins Meer strömt. Er war für die Portugiesen als sicherer Hafen sehr interessant.

Und das wollen wir uns genauer ansehen. Wir mieten einen Motor Scooter und brausen los – halt, tanken müssen wir auch noch. Aber dann kurven wir schon in Panjim herum und fahren den Fluss entlang nach Old Goa.

Old Goa besteht eigentlich nur aus alten Kirchen (und Touristen). Die dem heiligen Franziskus geweihte riesige Kirche grenzt an ein ebenso riesiges Bischofspalais und kaum 200m entfernt, steht die genauso große „Bom Jesus“ Kirche mit dem Grab des Franz Xavier. Der war hier als Missionar tätig, worauf auch die Kanonen vor der Cathedral hinweisen, später wurde er heilig gesprochen, da sein Körper nach seinem Tod auch ohne Konservierung einfach nicht verwesen wollte. Er wurde dann  stückweise tranchiert, um Reliquien für andere Kirchen zu bekommen. Einige hat man wieder zurückgeholt, sie werden ebenfalls in dieser Kirche ausgestellt. 2014 will man seinen ansonsten gut erhaltenen Leichnam wieder der Öffentlichkeit zeigen.

Ein Abstecher zum Bahnhof beschert uns auch gleich zwei Tickets aus der Touristenquote – 2x Bombay im Bombay-Express, Sleeper-Class, Departure 19.00 Uhr Madgaon, Arrival 4:30 Uhr Bombay. Auf der Rückfahrt fällt uns noch die riesige S. Kajetan Kathedrale auf. Frisch renoviert, weiß gestrichen, die Fenster aber nicht geputzt und nur mehr als Quartier für Fledermäuse dienend.

Nun geht´s aber schnurstracks an den Strand:  Durch dichten (Links!)verkehr erreichen wir den Strand von Calingute auf Nordgoa, und da ist etwas los, da sind Caorle, Jesolo und Rimini zusammen nichts dagegen.

In-und ausländische Touristen geben sich dem Trubel hin mit endlosen Verkaufsständen im Vorfeld und Wasserspaß mit Bananen, Ringos, Wassermopeds, Fallschirmfliegen usw. Allerdings, geschwommen wird nicht und die (indischen) Frauen gehen, wenn überhaupt, nur mit dem Sari ins Wasser.

Wir beobachten das Wassern eines Fischerbootes – (Hartmut, die haben keine Ahnung, von Haft- , Gleit- und Rollreibung) und lassen es uns dann gutgehen, wir besetzen zwei Liegestühle, ich genieße das Meer wasser und die Sonne und Kathi lässt sich massieren (von einer Inderin).

Es ist schwer, sich davon wieder loszureißen, aber wir haben heute noch einen Termin. So rasen wir ins Hotel, das leider auf Südgoa liegt, ziehen uns um, versäumen dabei den Sonnenuntergang und sind pünktlich um 7p.m. beim vereinbarten Ort – leider eine halbe Stunde zu spät. Das Konzert hat um ½ 7 angefangen. Durch die langen Eröffnungsreden sind Fali Pavri und Naomi Masterson (Klavier und Cello) aber erst beim ersten Stück. Das Cello stammt von hier und quietscht leider etwas, aber beide sind hervorragende Musikanten und mir gefällt besonders Falis Klavierspiel. Wir hatten sie im Flugzeug kennengelernt und sind nun einfach ihrer Einladung gefolgt. Und so erleben wir einen wunderbaren Klassikabend in Indien, Mit Beethoven, Brahms, Rachmaninoiv, Ginastera u.a. Ein wenig gestört wird das Konzert durch Musik von draußen. Nach dem Konzert entdecken wir, dass ein Volkstanzfestival parallel stattfindet. Aus allen Regionen Indiens werden traditionelle Erntetänze gezeigt. Und das ist noch ein Fest für Auge, Ohr und Fotoapparat.

Um 11 Uhr schließen wir endlich die Augen.

von auerich
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